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Geschichte des Amtsgerichts Lehrte


Seit 150 Jahren bestehen Amtsgerichte im Bezirk des ehemaligen Königreichs Hannover.

Das Amtsgericht Lehrte ist nicht 150 Jahre alt. Es ist vielmehr eines der jüngsten eigenständigen Gerichte.

Die Entwicklung des Amtsgerichts ging einher mit der Entwicklung der Städte Lehrte und Sehnde und ihrer Bedeutung.

Die Rechtsprechung für Lehrte/Sehnde oblag ursprünglich dem Amtsgericht Burgdorf, das in Lehrte Gerichtstage abhielt.

Vielfach war der Wunsch der hiesigen Bürger nach einem eigenen Gericht von den zuständigen Stellen abgelehnt worden, bevor sich aus dem Provisorium der Gerichtstage des Amtsgerichts Burgdorf in Lehrte im Jahre 1948 eine ständige Nebenstelle des Amtsgerichts Burgdorf in Lehrte entwickelte. Die Bürgermeister und Gemeindedirektoren des "Großen Freien" waren mit nur der Nebenstelle aber nicht zufrieden und erneuerten den Wunsch nach einem selbständigen Amtsgericht in Lehrte, der mit dem Gesetz über die Errichtung eines Amtsgerichts in Lehrte am 1.Mai 1954 auch Erfolg hatte.

Seitdem haben die Bürger aus Lehrte und Sehnde den kurzen Weg zu ihrem Amtsgericht, das sich als Dienstleistungsbetrieb versteht.

Die räumliche Entwicklung des Amtsgerichts änderte sich entsprechend. Stand zunächst für die Gerichtstage nur ein Saal in der "Behreschen Gastwirtschaft" zur Verfügung und waren es später Räume der Stadtverwaltung, so konnten die Gerichtstage des Amtsgerichts Burgdorf nach dem 2.Weltkrieg immerhin den nördlichen Flügel des Kreissparkassengebäudes nutzen.

Da lag natürlich der Wunsch nach einem eigenen Gebäude nahe.
Ein Gebäude nahe des Zentrums, das 1968 und damit in einer Zeit errichtet wurde, als Finanznot noch kein Thema war.

Auch die Ausstattung des Gerichts hielt mit der technischen Entwicklung Schritt. Schreibmaschinen gibt es längst nicht mehr, Computer sind angesagt, dazu viele Programme, die es ermöglichen, der ständigen Erweiterung der Aufgaben möglichst keine Personalsteigerung folgen zu lassen. Die finanziellen Ressourcen sind begrenzt, sie müssen bestmöglich genutzt werden.

Dem wachsenden Bedürfnis der Rechtssuchenden entsprach auch die Entwicklung der Zahl der Richter von 3 auf nunmehr 8 Richterstellen. Dazu gibt es seit langem eine Nebenstelle in der Burgdorferstraße, weil die Räumlichkeiten im Hauptgebäude nicht mehr ausreichten.

Veränderungen in den Zuständigkeitsbereichen der Justiz bedeuten auch eine Straffung. Bereits verloren hat das Amtsgericht Lehrte Sachbereiche an andere Gerichte z.B. im Bereich Insolvenz (jetzt Amtsgericht Gifhorn), im Bereich Handelsregister (jetzt teilweise Amtsgericht Hildesheim) und auch im Bereich Mahnsachen (ab 1.9.2004 Amtsgericht Uelzen).

Andererseits könnte die neue Justizvollzugsanstalt Sehnde, deren Grundsteinlegung am 23.5.2002 erfolgt ist, auch eine Stärkung bedeuten. Mit der zum Amtsgerichtsbezirk Lehrte gehörenden Stadt Sehnde verfügt das Amtsgericht Lehrte nunmehr über die rechtliche Begleitung für die größte private "Klinik für die Seele" (Klinikum Wahrendorff GmbH) Europas und die drittgrößte JVA des Landes Niedersachsen (www.jva-sehnde.de).

Es bleibt zu wünschen, dass den aufstrebenden Wirtschaftsstandorten Lehrte und Sehnde auch das Amtsgericht erhalten bleibt, um dem rechtssuchenden Bürger die Rechtsnähe zu geben, auf die er Anspruch hat.

König,
Direktor des Amtsgerichts Lehrte i.R.

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